Kolossale Chose:
Kunst - Ein geschichtlicher Entwurf PDF Drucken
metscher kunst deckel finalDas Buch bezieht Stellung in einem aktuellen ideologischen Diskurs und ist zugleich eine Einführung in einen marxistischen Kunstbegriff in historischer Perspektive. Es fragt, was Kunst ist und entwickelt ein Konzept, von dem her die Geschichte der Künste wie die ihres Begriff s erschlossen werden können.
Ausgangspunkt ist der ideologische Kontext, in dem Künste wie Kunsttheorie und Kunstkritik heute stehen. Im Versuch einer Positionsbestimmung wird die Geschichte der Künste als Geschichte des ästhetischen Gegenstands – des künstlerischen Produkts wie der Kunstverhältnisse als Teil historisch determinierter kultureller Konstellationen – theoretisch rekonstruiert; analog dazu die Geschichte der begriffl ichen Erfassung dieses Prozesses bis hin zur Darstellung der Prinzipien einer auf dem Denken von Marx und Engels aufbauenden Kunsttheorie. Auf diese Weise werden Kriterien gewonnen, die eine Orientierung in der Desorientierung gegenwärtiger Wertungen und Debatten möglich machen.

Aus dem Buch:
Die Formen eines marktkonformen Nihilismus haben heute in den dominanten ideologischen Diskursen die Th eoreme ästhetischer Autarkie auf weite Strecken abgelöst. Elitäre Kunstauff assungen sind zwar nach wie vor präsent - es sei allein an Bayreuth und Salzburg erinnert -, doch führen sie, als Relikte Read Moreeiner altertümlichen Ideologie, im ganzen gesehen ein eher randständiges Dasein. Sie sind nicht mehr als Ornament ökonomischer und politischer Macht. Kunst als Ideologie hat wie der ästhetische Habitus im imperialistischen Zeitalter seine Form gewandelt, sie sind jedoch nicht aus der Welt. Gegenüber den Kunstideologien der imperialistischen Gesellschaft hat die marxistische Kunsttheorie ihre Identität und Integrität auszuarbeiten und zu behaupten. Nach wie vor sind die Künste Ort ideologischer Auseinandersetzung - eine privilegierte Form auch, in der sich die Menschen der Konfl ikte ihrer Epoche bewußt werden und sie ausfechten.

Thomas Metscher, studierte Anglistik, Philosophie und Germanistik in Berlin (FU), München, Bristol und Heidelberg. Promotion über Sean O’Casey 1966. 1961-71 Dozent für neuere deutsche Literatur an der Queen’s University of Belfast, Irland. 1971-99 Professor für Literaturwissenschaft und Ästhetik an der Universität Bremen. Zahlreiche Veröff entlichungen zur Geschichte und Theorie der Literatur, Ästhetik und Kulturtheorie. Gegenwärtige Forschungsgebiete: philosophische Grundlagen ästhetischer Theorie, Literaturanalyse, Theorie des Bewußtseins, Fundierungsprobleme marxistischer Theorie.

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