Kolossale Chose:
Memorial
Maggy Bartscher ist tot PDF Drucken
Maggy Bartscher  4b45e5addae88Maggy Bartscher ist tot. Die Berliner Schriftstellerin verstarb plötzlich und unerwartet während einer Krebsbehandlung. Zu letzt erschien von ihr im Kulturmaschinen-Verlag der Shortstory-Band "Zuflucht Herrenklo". Bartscher war Mitglied in der Autorenvereinigung 'Storyateller' in Berlin und dem FDA.
Ihr Kurzgeschichten erfreuten sich großer Beliebtheit. Maggy Bartscher war eine tragende Säule Berliner Bühnenliteratur. Der Kurzgeschichtenband "Zuflucht Herrenklo" fand positive Aufnahme in Blogs und Feuilletons.
Wir trauern mit ihrer Familie und ihren Freunden. Sie wird unvergessen sein.
Ihr bei uns erscheinenes Buch bleibt dauerhaft lieferbar.

Guido Rohm über Maggy Bartscher
Wie könnte ich mir Maggy Bartscher, Autorin von „Zuflucht Herrenklo“, vorstellen?
Vielleicht so: Sie sitzt leicht angesäuselt in ihrer Berliner Wohnung, quatscht mit einer Freundin, da hört sie im Fernsehen plötzlich von einer Flutwelle, die in wenigen Minuten Berlin unter sich begraben wird.
„Warte kurz!“, brüllt sie in den Hörer, greift sich ihren Laptop, obwohl, nö, die hat keinen Laptop, die schreibt auf einer alten Reiseschreibmaschine, sie greift sich also ihre alte Reiseschreibmaschine, die sie sich auf irgendeinem bizarren Flohmarkt in Venedig gekauft hat (gehörte angeblich einem todessüchtigen Dichter, der von einer Flutwelle getötet worden sei, also Vorsicht: das Dinge hat einen Fluch in den Tasten hängen, deshalb verhaken die sich auch ständig, wo war ich …?) und schreibt schnell noch eine ihre Geschichten über eine Autorin namens Maggy Bartscher, die gleich von einer gigantischen Flutwelle überrollt wird, dabei aber noch Zeit zum Telefonieren und Schreiben findet, weil es ja immer noch Schlimmer kommen könnte. 

Zur vollständigen Rezension "Meisterstücke des Banalen"
 
Henky Hentschel ist tot PDF Drucken
henky1Der in Kuba lebende deutsche Schriftsteller Henky Hentschel ist tot. Hentschel verstarb bereits am 20. August, wie erst jetzt bekannt wurde.
Henky Hentschel arbeitete als Fernsehautor für das ZDF,
unter anderem für aspekte und Impulse, den WDR und den Süddeutschen Rundfunk. Er schrieb unter anderem für den Stern, den Spiegel, die deutsche Ausgabe des Playboys, für Tempo, GEO und Merian. Beiträge von ihm erschienen auch in deutschen Tageszeitungen, so u.a. in der ZEIT, der Süddeutschen Zeitung und in DIE WOCHE.
Literarisch gehörte Henky Hentschel zur Beat-Generation. Seine Romane waren von klarer, manchmal brutaler Sprache und schonungsloser Wirklichkeitsdarstellung gekennzeichnet. Mehrfach wurde er von der Literaturkritik mit Charles Bukowski verglichen.
Bücher von ihm erschienen u.a. bei Heyne, Hoffmann und Campe, Pieper, Beltz und den Kulturmaschinen. Die Kulturmaschinen brachten dabei sein letztes erschienenes Werk heraus, den Roman „Mexikanische Rosskur - oder: am Stillen Ozean“. Zu diesem Roman war eine Fortsetzung geplant.
Große Erfolge konnte Hentschel mit dem Buch „Salsa einer Revolution“ (mit Fotos von Sven Creutzmann) (Zweitausendundeins) und „Zock: das Spiel, der Kick, der Absturz“ (Pieper und the Grüne Kraft) erzielen.

Hentschel lebte seit 1994 in Havanna. Er wurde auf dem Cementerio Cristobal Colon bestattet.

Henky Hentschel wurde 1940 in Ulm geboren, nach dem Studium von Soziologie und Ethnologie war er 1970 Mitbegründer der Antidrogenkommune „Release Heidelberg“.
 
Franz Josef Degenhardt ist tot PDF Drucken

degenhardt fotowebFranz Josef Degenhardt: Presente!

Seit 1963 seine erste Schallplatte "Zwischen Null Uhr Null und Mitternacht", die später Rumpelstilzchen heißt, erschien, gehörte Franz Josef Degenhardt zu den prägenden Lyrikern und Liedermachern der Bundesrepublik. „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ wurde sein bekanntestes Lied. Der „Deutsche Sonntag“ spiegelte die ganze schreckliche Gemütlichkeit deutscher Kleinstädte.

Zweiunddreißig Tonträger hat Franz Josef Degenhardt herausgebracht. Und keines seiner Lieder büßte Aktualität ein. Sein großes dichterisches Können, die Bilder, die er uns schrieb, seine tiefe persönliche und glaubhafte Verwurzelung im Kampf und Freiheit und gegen die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, machen aus seinem lyrisch-musikalischem Werk ein Werk von dauerhaftem Bestand.

Seine Romane, von denen Zündschnüre und Brandstellen mit großem Publikumserfolg verfilmt wurden, zeigen uns den hochbegabten Literaten Degenhardt. Mit seinen exakten Mileuschilderungen, mit dem Verzicht, sich auf die Innenbilder bürgerlicher Literatur zu kaprizieren, schaffen seine Bücher es, den Leser in die Lebenswirklichkeit der literarischen Landschaften zu ziehen, die der Schriftsteller Franz Josef Degenhardt geschaffen hat.

Franz Josef Degenhardt wurde am 3. Dezember 1931 in Schwelm geboren. Er studierte in Köln und Freiburg Rechtswissenschaften. Ende der sechziger Jahre verteidigte Degenhardt Sozialdemokraten und Kommunisten, die wegen Aktionen der APO (Außerparlamentarische Opposition) angeklagt waren. In die SPD war Degenhardt 1961 eingetreten. Er wurde 1971 aus der SPD ausgeschlossen, weil er in Schleswig-Holstein zur Wahl er DKP aufgerufen hatte. 1978 trat er der DKP bei.

Franz Josef Degenhardt starb am 14. November 2011 um 15 Uhr im Kreise seiner Familie in Schleswig-Holstein.

Wir trauern mit seiner Familie und seinen vielen Freunden um ihn.

Wir sind stolz darauf, von ihm ausgewählt worden zu sein, sein belletristisches und lyrisches Werk zu bewahren.

Verlagsleitung und Mitarbeiter des Kulturmaschinen Verlages