Kolossale Chose:
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Gefährliches Spiel. Tull Harder: Stollen und Schaftstiefel PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Kulturmaschinen Verlag   
Mittwoch, den 21. Februar 2018 um 11:38 Uhr
heinrich peuckmannDrei Novellen hat Heinrich Peuckmann über die Schattenseiten des Fußballs geschrieben. Peuckmann, Mitglied im Präsidium des deutschen PEN-Zentrums, bestens bekannt im Ruhrgebiet und darüber hinaus, ehemaliger Lehrer der nunmehr „blauen“ Frauke Petry (mit der er öffentlich abrechnete), leuchtet diese dunklen Stellen aus. Er tut es mit schöner Sprache und stets treffenden Wörtern.

Und er schreibt über wahre Begebenheiten, wenn natürlich die innere Schilderung der Novellen oft im Fiktiven verbleiben muss.

9783943977998 Da ist das Fußballspiel auf dem Roten Platz, unter den Augen Stalins, und mit der ganzen bitteren Fährnis dieses Spiels. Eine langsam in die Spieler kriechende Angst – Peuckmann schildert grandios, was sich da auf dem Platz und in den Spielern abspielt.

Da ist das Schicksal des jüdischen Fußballers Gottfried Fuchs, der aus dem nationalsozialistischen Deutschland in die Schweiz floh und dann weiter über das Elsass bis nach Kanada. Später entwickelte sich eine Brieffreundschaft mit Sepp Herberger, dem deutschen Bundestrainer.

Fuchs spielte von 1911 bis 1913 für die deutsche Nationalmannschaft. Er schoß in sechs Spielen dreizehn Tore, eine Quote, die, jedenfalls bis 2015, nie wieder von einem anderen Spieler erreicht wurde. Im olympischen Fußballspiel gegen Russland 1912 erzielte er zehn Tore in einem Länderspiel, ein einmaliger Rekord (das Spiel endete 16:0). Während der tausend Jahre der zwölfjähren Naziherrschaft tilgte man seinen Namen aus den Jahrbüchern des deutschen Fußballs. Er wurde unbekannt und vergessen gemacht und blieb es. Heinrich Peuckmann holt ihn aus dem Schatten, in den ihn die Nürnberger Rassegesetze gestellt haben.


Die umfangreichste Novelle erzählt die Geschichte von Tull Harder, den immer noch bekannten, von vielen hochgeschätzten Stürmer des HSV. Er schoß die Hamburger 1923 und 1928 zur Meisterschaft. „Wenn spielt der Harder Tull, dann heißt es bald drei zu null…“, sangen die Fans im Stadion. Harder war für seine oft torgekrönten Alleingänge bekannt. Auf Befehl und Gehorsam hörte er außerhalb des Stadions. Während des Nationalsozialismus war Tull Harder in der SS. Er trat 1932 in die NSDAP und 1933 in die SS ein und war in mehreren Konzentrationslagern eingesetzt. Schon 1939, nun in der Waffen-SS, war er Wachmann im KZ Sachsenhausen. 1940 wurde zum KZ Neuengamme in Hamburg versetzt. Noch im Januar 1945 beförderte man ihn zum Untersturmführer. Er war einer der Angeklagten im bekannten Curio-Haus-Prozess in Hamburg und wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt, wurde jedoch bereits 1951 vorzeitig aus der Haft entlassen. Nicht nur seine Fans, auch der HSV insgesamt feierten seine Rückkehr aus der Haft überschwänglich.

Im KZ freilich bewachte Tull Harder zumindest einen seiner ehemaligen Fußballkollegen. Der Norweger Asbjörn Halvorsen war mit Harder und dem HSV zweimal deutscher Meister geworden. Halvorsen ging in der Folge zurück nach Norwegen. Als die deutschen Truppen das Land überfielen, wurde er Teil der norwegischen Widerstandsbewegung. Er starb 1955 an den Folgen der KZ-Haft.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 21. Februar 2018 um 11:44 Uhr
 
Kein DRM bei unseren e-books PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Kulturmaschinen Verlag   
Freitag, den 03. Mai 2013 um 13:01 Uhr
Functional reference modelDie Digitale Rechteverwaltung (Digital Rights Management - DRM -) stellt unserer Meinung nach eine erhebliche Einschränkung für die Leser dar. Welche restriktive Methode man auch wählt, sie macht entweder Softwareinstallationen notwendig oder online-Zugänge. Die nicht restriktiven, sogenannten "milden" DRMs bedeuten, dem Buch Wasserzeichen (sichtbar oder unsichtbar) hinzuzufügen oder persönliche Informationen (Eigentümernamen, Kreditkarteninformationen usw.) beim Kauf in den File zu integrieren. Abgesehen davon, dass die Verwendung serverbasierter DRMs für uns schon deshalb nicht möglich ist, weil unsere e-books über mehr als zwei Dutzend Shops vertrieben werden (die nicht alle auf die jeweilige Technik hin ausgelegt sind), so würde uns die "milde" Technik nur dann nützen, wenn wir ständig und zielgerichtet unsere e-books im Netz suchen würden. Wir haben aber gar nicht vor, Leser von Gerichten verfolgen zu lassen.
Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 03. Mai 2013 um 14:56 Uhr
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