Kolossale Chose:

Köhler, Erich

erich1993Erich Köhler wurde 1928 als Arbeiterkind in Taschwitz (Tschechien) geboren. Er wuchs im Egerland (Chebsko) auf. Bereits 1946 siedelte er in die damalige Sowjetische Besatzungszone (ab 1949: DDR) über. Zu Beginn der fünfziger Jahre unternahm er eine umfangreiche Wanderung durch die BRD und die Niederlande.

Nach einem gescheiterten Versuch in die franz. Fremdenlegion aufgenommen zu werden, kehrte er in die DDR zurück und begann sofort sich gesellschaftlich zu engagieren. Er studierte an der Arbeiter- und Bauernfakultät und war danach in der Landwirtschaft tätig. 1956 erschien sein erstes Buch. Ab 1958 studierte er am Literaturinstitut „Johannes R. Becher“.

Nach dem Studium arbeitete er wieder in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) Marnitz. Seine Idee, dass Künstler in einem sozialistischen Staat als angestellte Künstler eines Betriebes arbeiten sollten, konnte er von 1968 bis zur Entlassung in den Vorruhestand 1990 in zwei Betrieben durchsetzen.

Köhler war Mitglied der SED. Ab Mitte der siebziger Jahre war er aus politischer Überzeugung Informeller Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit. Schädigungen des Werdeganges anderer Autoren sind nicht bekannt.

Köhlers IM-Tätigkeit stellt nach dem Anschluß der DDR an die BRD ein Hinderungsgrund für die Vereinigung von Ost- und West-PEN dar. Köhler weigerte sich, zu bereuen, weil er nicht lügen wollte. In der Folge wurde er aus dem nunmehr vereinigten PEN ausgeschlossen. Die im Kulturmaschinen-Verlag erschienene Ausgabe von „Sture und das deutsche Herz“ enthält ein Nachwort von Leander Sukov, welches sich mit dem Ausschluß beschäftigt.

Köhlers Werk ist stark von einer sehr individuellen und kräftigen Sprache geprägt, die es zugleich versteht, bis in die feinsten Verästelungen von Handlungen hinein vielschichtig zu schildern. Er lässt sich nicht einem bestimmten Epochenstil zuordnen; viel mehr ist sein Werk sowohl vom sozialistischen Realismus, als auch von Expressionismus und neuer Sachlichkeit geprägt.

Erich Köhler starb im Jahre 2003 in Alt-Zauche, wo auch sein Wohnhaus zu besichtigen ist.

Erich Köhler von 1958 bis zu dessen Auflösung Mitglied des Schriftstellerverbandes der DDR

Auszeichnungen:
Fritz-Reuter-Kunstpreis
Kunstpreis des FDGB
Heinrich-Mann-Preis
Vaterländischer Verdienstorden in Bronze
Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung (1991)

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