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Franz Josef Degenhardt: Zündschnüre
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Franz Josef Degenhardt: Zündschnüre

Autor(in): Degenhardt, Franz Josef
Preis pro Einheit (Stück): 15,90 € (inkl. 7 % MwSt.)

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Der Roman „Zündschnüre“ von 1973, der starke autobiografische Züge trägt, erzählt die Geschichte proletarischer Jugendlicher. Kriegskinder sind sie, aufwachsend in einer Welt ohne Väter. Die Normalität der Zeit will ihnen nicht normal erscheinen und so schließen sie sich 1944 einer antifaschistischen Widerstandsgruppe an.
Ihre Jugend ist geprägt von männerlosen Frauen. Ihre Welt wird bevölkert von Nazis, aber auch Zwangsarbeitern, Flüchtlingen und Illegalen. Die Väter sitzen in Konzentrationslagern oder sie sind tot, sind gefallen, wurden ermordet.
Leseprobe:
Jemand rief aus einem Fenster, Sondermeldung, da kommt gleich ‚ne Sondermeldung. Die beiden rührten sich natürlich nicht. Paul Lattmann zeigte nur den Vogel, spitzte den Mund und tockelte auf das Kind im Wagen ein. Das Kind hörte auf zu schreien. Man hörte jetzt nur noch die Geige.
Irgendwas lag in der Luft, hatte mit der Sondermeldung zu tun. Das war diesmal nicht bloß eine Meldung, soundsoviel zigtausend Bruttoregistertonnen versenkt und so weiter. Nein, da war was. Fänä hatte eine Nase dafür. Auch die Mauersegler schrien nicht mehr. Er wurde unruhig. Stopp mal, sagte er. Schang legte die Geige weg und kam zum Fenster.
Nach einer Weile hörten sie den Sondermeldungstusch und dann die abgehackte hohe Stimme des Sprechers, konnten aber nichts verstehen, weil in dem Augenblick das Kind und die Mauersegler wieder zu schreien anfingen. Lauter, rief Fänä, und dann war plötzlich Pumanns Muck gegenüber im offenen Fenster. Sie habe ne umgebracht, gemordet, den Hitler. Hitler ist tot. Das Kind schrie immer noch. Else Kleff war aufgesprungen, hatte die Bohnen aus der Schürze gefegt. / Wehe, wenn du lügst, rief sie.
Franz Josef Degenhardt: Zündschnüre - Roman
ISBN: 978-3-940274-43-4
14 x 21 cm, ca. 200 Seiten, € 15,90
Erscheint Oktober 2011, Titelillustration Vladi Krafft