Franz Josef Degenhardt: Brandstellen
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Franz Josef Degenhardt: Brandstellen |
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| Autor(in): Degenhardt, Franz Josef |
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Preis pro Einheit (Stück):
17,90 € (inkl. 7 % MwSt.)
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Der Roman „Brandstellen“ (1976) wurde von Horst E. Brandt (DDR 1977) verfilmt. Franz Josef Degenhardt erzählt die Geschichte des vergeblichen Kampf einer Bürgerinitiative gegen einen NATO-Truppenübungsplatz im Emsland. Erstaunlich ist, dass der Roman nicht an Aktualität verloren hat. Der Roman knüpft an Zündschnüre an, wir begegnen den erwachsen und den alt gewordenen Akteuren.. Der Roman thematisiert die offiziellen Maßnahmen zum »Schutz der freiheitlich-demokratischen Rechtsordnung« und zeichnet ein Bild der explosiven Atmosphäre in der Bundesrepublik von 1974. Ein Stück lesenswerte Zeitgeschichte. Von Barrikaden hatte Bruno schon geträumt mit zehn. Damals hatte er in einem Buch Delacroix‘ „Freiheitsgöttin führt das Volk“ gesehen, die Frau mit den freien Titten und der Flatterfahne. Und er – Bruno – war der Junge davor mit den beiden Pistolen. Barrikade, das hieß für ihn: Hier ist jetzt Schluss, bloß zwei Seiten gibt es noch, entweder oder, und kein Und-so-weiter mehr, und er hatte sie sich geträumt quer über Straßen und Plätze, sperrige Haufen und Türme aus zerbrochenen und zerhackten Schul- und Kirchenbänken, Beicht- und ähnlichen Folterstühlen, Tisch und Ehebetten. Aber aus einer hölzernen Scheißhausbude, aus Balken und Stempeln, Verschalungsbrettern und was man sonst noch aus Holz auf Baustellen findet, und natürlich aus Fässern, Fässern mit Steinen gefüllt, hatte seine erste Barrikade bestanden an der Kaiser-Wilhelm-Straße / Ecke Bäckerbreitergang im April 68, und kein Bildzeitungsauto war bei ihm durchgekommen. Aber sie hatte so wenig aufhalten können wie die von Thälmanns Leuten nur zweitausend Meter Luftlinie entfernt in Barmbeck fünfundvierzig Jahre zuvor im Oktober beim Hamburger Aufstand, obwohl sie natürlich nicht nutzlos gewesen waren, beide nicht.
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