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Peter H. Gogolin: Seelenlähmung
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Peter H. Gogolin: Seelenlähmung

Autor(in): Gogolin, Peter H.
Preis pro Einheit (Stück): 16,90 € (inkl. 7 % MwSt.)

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Peter H. Gogolin
Seelenlähmung
Ein Roman, der inhaltlich geprägt ist von deutscher Vergangenheit und Gegenwart. Die siebziger Jahre in Westdeutschland sind angefüllt vom Vergessenwollen der Alten und Wissenwollen der Jungen. Und manche Junge verzweifeln daran, erliegen der Lähmung ihrer Seele. Der Titel des Romans „Seelenlähmung“, mit dem Peter H. Gogolin für den Aspekte-Literaturpreis vorgeschlagen war, wurde zu Beginn der 80ger Jahre zu einer allgemeinen Metapher für den Gemütszustand der Generation - nach der Studentenrevolte von 68 und dem Deutschen Herbst. Der Autor erhielt für den Roman den Literaturförderpreis der Hansestadt Hamburg.
Über den Autor: Peter H. Gogolin hat an der Uni Hamburg studiert. Seit 1978 lebt er als freier Schriftsteller. 1994 gründete er ein Literaturbüro, das u.a. Autoren ausbildet und coacht. Gogolin lebt heute in Wiesbaden, er ist Verfasser von Romanen, Erzählungen, Essays, Gedichten, Theaterstücken und Drehbüchern. 1982 erhielt er den Literaturförderpreis der Stadt Hamburg, 1982, 1983 und 1995 ein Stipendium des Deutschen Literaturfonds in Darmstadt, 1989 ein Stipendium der Villa Massimo, 1990 ein Stipendium des Künstlerdorfes Schöppingen und ein weiteres des Künstlerhofes Schreyahn, 1992 das Amt des Esslinger Stadtschreibers sowie 2005 den Wolfgang-A.-Windecker-Lyrikpreis. Die Inszenierung seines Stückes „Das Geheimnis des Alten Waldes“ durch das Puppen-Theater der Stadt Halle/Saale erhielt 2005 den Marburger Kinder- und Jugendtheaterpreis.
Leseprobe:
Ich habe dieses Kind von Anfang an gehasst, ich, das älteste Kind einer »kinderreichen Familie«, war so voller Wut und Scham über diese erneute Schwangerschaft meiner Mutter, dass ich mir Tag für Tag wünschte, das Kind möge tot sein. In der Nacht werde ich geweckt, mein Vater erklärt mir, die Mutter müsse ins Krankenhaus, er wolle den Arzt rufen und einen Krankenwagen. Ich werde ins Schlafzimmer geschoben, ans Bett der Mutter, bleibe mit ihr allein. Auf dem Fußboden vor dem mütterlichen Bett eine große Blutlache, meine Mutter phantasiert vom Tod: wenn ich sterbe, musst du für deine Geschwister sorgen, du musst Papa helfen, versprich mir das. Sie hat viel Blut verloren, liegt bleich und schwer in ihrem Bett, schwitzend, ich halte ihre Hand, sie klammert sich an mich, und ich verspreche es, verspreche alles. Sie hat Angst vor dem Krankenhaus, hat bisher alle ihre Kinder in der eigenen Wohnung bekommen. Sie sagt, ich solle das Blut aufwischen, damit es sauber ist, wenn der Arzt kommt. Sauberkeit. Diese Angst der armen Leute, man könne über sie schlecht sprechen, sie für schmutzig und unordentlich halten. …


Peter H. Gogolin: Seelenlähmung - Roman
ISBN: 978-3-940274-42-7
14 x 21 cm, ca. 180 Seiten, € 16,90
Erscheint: November 2011, Titelillustration: Vladi Krafft






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