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Leonhard F. Seidl: Mutterkorn
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Leonhard F. Seidl: Mutterkorn

Autor(in): Seidl, Leonhard F.
Preis pro Einheit (Stück): 14,90 € (inkl. 7 % MwSt.)

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Leonhard F. Seidl:
Mutterkorn - Roman


Die Welt, wie sie ist (und nicht sein sollte). Ein Roman über die täglichen Kämpfe gegen Faschismus und Regression.


Über den Autor: Leonhard F. Seidl, Jahrgang 1976, Krankenpfleger und Diplom-Sozialpädagoge, lebt als Freier Autor und Journalist in Nürnberg.
Er ist Mitglied der Neuen Gesellschaft für Literatur Erlangen und der Autorengruppe Mundpropaganda, sowie Juror des Hermann-Kesten-Preises Nürnberg. 2007 war er Stipendiat des „Bayrischen Seminars für Politik e. V.“ für politisch aktive junge SchriftstellerInnen. Für seine Arbeit „Beschriebene Blätter – Kreatives Schreiben mit straffälligen Jugendlichen“ erhielt er 2007 den Förderpreis der Stadtmission Nürnberg e. V.


Leseprobe:
… Er konnte sie verstehen. Jeden, der trank, konnte er verstehen. Menschen, die mit ihrer Situation nicht klarkommen, greifen nach einem Krückstock. Penelopes Krückstock war der Alkohol. Und doch verabscheute er sie auch. Diese Menschen mit ihren aufgeschwemmten Gesichtern, in denen die roten Äderchen platzten, ihren fetten Bäuchen, ihren dummgesoffenen Gehirnen. Wenn Leute wie er sich nach getaner Arbeit einen Joint gönnten, dann machten sie sich strafbar. Was für ein Witz! …
… Aufgehetzt von der Politik, die mit ihrem „Das Boot ist voll“-Gerede die Stimmung hochschaukelte und dann mit einem Verweis auf die Ausschreitungen scheinheilig das Asylrecht abschaffte. Das hatte Albin geprägt. Der aussichtslose Kampf gegen diese Doppelmoral ließ ihn verzweifeln...

 


 

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Leonhard F. Seidl im Interview zu seinem Roman "Mutterkorn"

12.2 MB 13:22 min
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(Herzlichen Dank an Radio Z für die Überlassung des Soundfiles.
Bitte besuchen Sie die Seite von Radio Z.
Das Interview führte Tobias Lindemann)

 


 

Die Nürnberger Nachrichten schreiben in ihrer Ausgabe vom 11. Aug. 2011:

Parallelwelt aus Angst,Wut und Hilflosigkeit

 Der Nürnberger Schriftsteller Leonhard F. Seidl gehört zu den Teilnehmern des Festivals „WortWärts“, das am kommenden Sonntag (14 – 20 Uhr) im Literaturzentrum Nord (KuNo) stattfindet. Seidl präsentiert seinen neuen sozialkritischen Roman „Mutterkorn“.

Mit bedrückendem Realismus schildert der Autor eine Jugend, der allzu früh Unschuld und Leichtigkeit abhanden gekommen sind. Im Zentrum der Handlung steht Albin O., ein angehender Altenpfleger und politisch engagierter Punk. Er träumt von einem selbstbestimmten Leben und von einer Gesellschaft, in welcher der Mensch dem Menschen ein Helfer ist. Er ist entschlossen, für die Verwirklichung seiner Träume zu kämpfen, doch es gelingt ihm nicht, die dabei unvermeidlichen Niederlagen zu verkraften.

So beginnt er eines Tages seine Enttäuschung und seinen Frust mit allerlei chemischen Substanzen zu betäuben. Ein Weg, der ihn rasch an den Rand der Selbstauslöschung führt. Albins Leben wird zum permanenten Horror-Trip, bis ihn der Selbstmord einer Freundin derart ernüchtert, dass er einer sechsmonatigen Therapie in einem ländlichen Rehabilitationszentrum zustimmt.

Zu seinem Entsetzen entpuppen sich dort aber die meisten anderen jugendlichen „Klienten“ als mehr oder minder beinharte Neonazis, die ihn als bekennenden linken Antifaschisten nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Er wird von Anfang an schikaniert und ausgegrenzt, seine krankhafte Niedergeschlagenheit wächst, erneut ist er kurz vor dem Aufgeben. Doch dann stellt sich glücklicherweise heraus, dass er nicht so allein ist, wie er meint. Eine sich nach und nach entwickelnde Beziehung zur jungen Therapeutin Nina bewahrt Albin letztlich nicht nur vor der endgültigen Kapitulation, sondern reaktiviert auch — zumindest ansatzweise — seinen Glauben an die Möglichkeit von Liebe und Solidarität.

Trotz dieser versöhnlichen Töne ist der Roman mehr als eine politisch korrekte Erbauungsgeschichte mit eindeutiger Moral. Am Beispiel von Albins Umfeld zeigt Leonhard F. Seidl etwas von dem Chaos, das unter der glatten, auf Hochglanz polierten Oberfläche unseres Alltags brodelt. Er vermittelt eine Ahnung von der Existenz einer Parallelwelt, in der Angst, Hilf- und Perspektivlosigkeit, aber auch heillose Wut die Menschen beherrschen. Das ist das Milieu, in dem dumpfer Rassismus und faschistoide Gewalt gedeihen.

Seidl glaubt an Alternativen. Er wirbt mit seinem Buch um Verständnis und Sympathie für alle, die wie Albin aus jenem Dunkel (manchmal buchstäblich „um jeden Preis“) heraus wollen. Deren Bemühungen sind ein Zeichen der Hoffnung, auch wenn die zum Ziel der Befreiung eingeschlagenen Wege nicht selten in die Irre führen.

Nürnberger Nachrichten, 11. August 2011
von Bernd Zachow


Leonhard F. Seidl: Mutterkorn
ISBN: 978-3-940274-37-3
12 x 20 cm, ca. 190 Seiten, € 14,90
Erscheint: 01. August 2011. Titelillustration Vladi Krafft

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Ein Hinweis: Im A1-Verlag ist bereits 1996 unter dem gleichen Titel ein Roman erschienen, der nichts mit dem Thema dieses Romans zu tun hat, den wir Ihnen gleichwohl ans Herz legen. Sie können das Buch "Mutterkorn" von Karlheinz Barwasser unter diesem Link direkt bei A1 beziehen. In der Beschreibung heißt es: "Barwassers Roman ist die Beschreibung einer nochmaligen Ent-Bindung. Unter dem unmittelbaren Eindruck des Todes der Mutter erlebt Gregor Wander die drei Tage zwischen dem Erhalt der Nachricht und dem Begräbnis."