Kolossale Chose:
Prosa (Belletristik) arrow v.d.Haar: Mein Himmel brennt


v.d.Haar: Mein Himmel brennt
größeres Bild anzeigen


v.d.Haar: Mein Himmel brennt

Autor(in): von der Haar, Heinrich
Preis pro Einheit (Stück): 19,90 € (inkl. 7 % MwSt.)

Stellen Sie eine Frage zu diesem Produkt

Über den Autor

Der im Münsterland geborene Autor Heinrich von der Haar hatte zehn Geschwister und wuchs auf einem kleinen Bauernhof auf. Seine Kindheit war geprägt von schwerer körperlicher Arbeit, Schlägen und Lieblosigkeit. Auf dem zweiten Bildungsweg erlangte er das Abitur und verließ das Münsterland, um in Augsburg und Berlin Soziologie, Philosophie, Betriebswirtschaft und Wirtschaftspädagogik zu studieren.  Der promovierte Soziologe veröffentlichte zahlreiche Sachbücher, unter anderem das Standardwerk „Kinderarbeit in Deutschland“, das ebenfalls bei den Kulturmaschinen erschienen ist.
2010 erschien sein preisgekrönter Roman „Mein Himmel brennt“, der von der Kritik und den Lesern begeistert aufgenommen worden ist.
„Die Asche meiner Mutter aus dem Münsterland“ titelten die Westfälischen Nachrichten nach Erscheinen des Debütromans von Heinrich von der Haar. „In einer dichten poetischen Sprache schildert der Autor die Kindheit in den 50er und 60er Jahren im Dorf. Ein gleichzeitig erschütterndes und berührendes literarisches Zeitdokument um eine Familie in den Nachkriegsjahren.“
Seit seiner frühesten Kindheit kennt der Bauernjunge Heini nur Arbeit. Von morgens bis abends schuftet er auf dem Hof seines starrköpfigen Vaters. Von ihm immer wieder verprügelt, von seinen Geschwistern unverstanden, von seiner immer schwangeren Mutter nicht wirklich geliebt, ohne richtige Freunde, sucht Heini Trost und Halt im Glauben.
Zweifel und Selbstzweifel nagen an dem Jungen, der gegen das dörfliche Leben und die Strenge und den Willen seines Vaters aufbegehrt. Doch in seinem Kampf um Unabhängigkeit und Freiheit bleibt Heini allein. Als er dann von einem Kirchenvertreter sexuell missbraucht wird, bricht seine Welt zusammen.
Zweifelnd und verzweifelnd versucht der Junge, seinen Weg – gegen Vater, Familie, Kirche und Dorf – zu gehen. Der Glaube an das Schöne lässt ihn nicht aufgeben: Er lernt das Mädchen Isolde kennen…
Eine traurige und zugleich wunderbare Hommage an das Leben und an die Hoffnung.

Stimmen

„... ‚Natürlich hatte ich eine unglückliche Kindheit. Eine glückliche Kindheit lohnt sich ja kaum.‘ Was Frank McCourt in dem Roman Die Asche meiner Mutter mit diesen zwei kurzen Sätzen über seine irische Kindheit sagt, das gilt auch für Heinrich von der Haar, der in dem Debütroman Mein Himmel brennt die Erinnerungen an seine Kindheit in den 50er- und 60er-Jahren im nördlichen Münsterland verarbeitet hat ...“ Lingener Zeitung
 „Ein dicht gewobenes Bezugssystem aus landschaftlicher Schönheit und menschlicher Gefühlskälte.“ Westfälische Nachrichten
„Bildhafter und glasklarer Stil, mit trockenem Humor gewürzt.“ Emsdettener Volkszeitung
„Über Traditionen und aussterbende Bräuche, Tabus und Tabubrüche ... (ein) mit viel Liebe zum Detail entworfenes Sittengemälde.“ Rheinische Post
»Ein belletristisches Feuerwerk.« Der Tagesspiegel

„Selten hat mich ein Roman so stark eine Zeitepoche nacherleben lassen. Heinis Suche nach Halt im Glauben. Sein Vater, ein humorloser Dickschädel, der stark ist, aber tragisch an der Flurbereinigung scheitert. Der Roman zeigt das karge Bäuerliche, die brutale häusliche Strenge vor dem Hintergrund des untergehenden Bauerndorfes, den Überlebenskampf in Armut und Kinderreichtum. Ein Sittenbild der Fünfzigerjahre.“ 
Petra Nouns, Vorsitzende der Gesellschaft für Neue Literatur

„Es hat mich sehr berührt, wie ein Junge, der zu Hause misshandelt wird, Halt in der Kirche und im Gebet sucht, dort aber nur Leere vorfindet und noch missbraucht wird, aber sein Glück bei einem Mädchen findet."
Krista Köpp-Blodau, Pfarrerin


„Der Vater-Sohn-Konflikt des Bauernjungen wird sehr authentisch erzählt. Ein münsterländischer Dostojewski!"
Astrid Hoffmann, Kulturjournalistin

„Heinrich, den alle nur Heini nennen, wächst in den Sechzigerjahren mit zehn Geschwistern auf, einem groben Vater und einer stets schwangeren Mutter auf einem Bauernhof im Münsterland auf. Das Leben ist alles andere als einfach, doch Heini bewahrt sich den Blick für das Schöne, die Hoffnung auf das Leben und die Kraft, sich für seine Ziele einzusetzen. Gewitzt und mutig, stellt sich Heini allen Widerständen und zieht dabei nicht selten den Kürzeren.Es ist ein wunderbares, warmherziges Erlebnis, Heini bei seinem Kampf um Freiheit und Eigenständigkeit zu begleiten.  Dem Autor Heinrich von der Haar ist es mit einer ungeheuren Liebe zum Detail gelungen, seine Leser in eine bedrängende und zugleich beflügelnde Welt zu ziehen. Eine großartige Lektüre." Heike Prassel, Literaturschaffende

Leseprobe

Wie Laurentius über dem Feuer braten, hält man nur als Heiliger aus. Ich will auch Märtyrer werden und versuch, erst bei der zweiten Ohrfeige zu weinen, dann kann man mich nicht zur Tante Maria weggeben und die Löwen fressen mich nicht. Später schleich ich über die schwarzweißen Flurfliesen in die beste Stube, zur Vitrine, und bestaun die Bilder der Heiligenlegende: Einer sticht man die Augen aus. Eine trägt ihre abgeschnittenen Brüste auf einem ovalen Teller vor sich. Blut schießt aus den Wunden wie beim Schweineschlachten. Einer wird zwischen den Beinen zersägt, einer mit dem Schleifstein aufgerieben. Das tut weh, wie wenn mein Finger beim Messerschleifen den Stein berührt. Lässt man sich wehtun und lächelt, kommt man in den Himmel. Nur Böse wehren sich.
Plötzlich steht Vater hinter mir, ohrfeigt mich, reißt mir das Buch aus der Hand, stellt es in den Schrank und schließt zu.




Verwandte Produkte...


19,80 €



16,90 €



16,80 €



16,90 €