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Jan Eik: Eine Menge Spaß
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Jan Eik: Eine Menge Spaß

Autor(in): Eik, Jan
Preis pro Einheit (Stück): 16,90 € (inkl. 7 % MwSt.)

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Vierzig Jahre lang war Jan Eik ein, wie er selbst sagt, eher durchschnittlicher Pionier, FDJler, Gewerkschafter, Ingenieur bei der Deutschen Post, Datschenpächter, Trabantfahrer und schließlich Schriftsteller – und dabei alles andere als ein Dissident. Nur ein Skeptiker. Der Berliner zweifelt immer. Das hat schon Fontane gewusst. Jan Eik bekennt sich zu dieser Tugend seiner Heimatstadt. Darum und um den Spaß im und am alltäglichen Leben geht es in den sehr persönlichen Erinnerungen eines Autors, der sich zu seiner angeborenen Fehlsichtigkeit bekennt.
In enger Nachbarschaft von NKWD-Gefängnis und Staatssicherheit aufgewachsen, beginnt er nach dem Abitur eine Doppellaufbahn beim Rundfunk der DDR, den er in manchen verborgenen und nicht immer spaßigen Facetten kennenlernt. Vom technischen Hilfsarbeiter bis zum Diplom-Ingenieur und wissenschaftlichen Mitarbeiter des technischen Direktors ist er in mancherlei Funktionen tätig, schreibt nebenher Hörspiele, Features und geht – von den Organen nicht sonderlich gewissenhaft beobachtet – seiner Liebe zum Jazz nach.
Er hat gut lachen. Ihm ist nie etwas passiert. Dabei waren die Zeiten immer ernst, todernst oft genug. Der Klassenfeind schlief bekanntlich nie. Um ihn zu verwirren, schlug ein Karikaturist vor, das knapp gewordene Zeitungspapier lediglich mit Wellenlinien zu bedrucken. Der DDR-Bürger habe ohnehin gelernt, zwischen den Zeilen zu lesen.

Über den Autor

Jan Eik, geboren 1940 in Berlin, war bis 1987 als Diplom-Ingenieur für Informationstechnik bei der Rundfunkanstalt der DDR tätig. Seitdem ist er freier Autor und Publizist.  Er veröffentlichte zunächst in Zeitschriften wie der „Weltbühne“ Glossen, Feuilletons und Reportagen. Jan Eik ist Gründungsmitglied der Sektion Kriminalliteratur im Schriftstellerverband der DDR und gehört heute der Kriminalautorengruppe „Das Syndikat“ an. Bekanntheit erlangte er vor allem durch seine zahlreichen Kriminalromane, unter anderem die um den inzwischen weiträumig bekannten Kommissar Hermann Kappe.

Leseprobe

Eines Tages um die Mittagszeit tauchte ein bullig wirkender Mann im Ledermantel im Kontrollraum auf und grüßte höflich. Sendefahrer Hans guckte misstrauisch. Er war ein wachsamer Genosse, der schon der Weimarer Republik als Zwölfender bei der Reichswehr, dann dem Führer als Feldwebel und Kradmelder auf das Gewissenhafteste gedient hatte. Nach einem Kopfschuss und anschließender Läuterung vertrat er konsequent die jeweilige Linie der Partei der Arbeiterklasse und ihren Staat. Ein wenig schwerhörig, entwickelte er ein feines Gehör für politisch fragwürdige Äußerungen, die er sofort in schriftlichen Berichten aufspießte.
Was haben Sie hier zu suchen? fuhr er den Mann im Ledermantel an. Feige war Hans nicht. Selbst wenn der Mann von der Sicherheit kam, hatte er sich gefälligst auszuweisen.
Ich bin hier zur Sendung bestellt ..., antwortete der Mann zögernd. Studiogäste, noch dazu in Originalsendungen, waren damals höchst ungewöhnlich. Außerdem liefen die Wasserstände und Tauchtiefen. Danach folgten Nachrichten und der Landfunk. Wohin wollte der also? Zur Sendung? fragte Hans streng. Sie sind hier sicher falsch. Der Mann war nicht aus der Ruhe zu bringen. Mein Name ist Hans Reichelt, sagte er. Ich bin der Minister für Landwirtschaft.




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