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Filmpräsentation von Vera Botterbusch: „Glücklich will ich sein oder Die Kunst zu leben,  Caroline Schlegel-Schelling“

30 September / 18:00 - 20:00

„Glücklich will ich sein oder Die Kunst zu leben,
Caroline Schlegel-Schelling“,
Ein Film von Vera Botterbusch, 45 Min., BR 1998
Am 2. September 1763 wurde Caroline Schlegel-Schelling geboren, diese große Frauengestalt, deren Briefe zu den Schätzen der deutschen Romantik gehören! In ihrem 45minütigen Film, der 1998 für das Bayerische Fernsehen entstanden ist, betreibt die Münchner Autorin und Regisseurin Vera Botterbusch im Rahmen einer Spielhandlung mit Schauspielern (Tanja Kübler, Roman Dudler, Eva Mende, Silvia Fink, Thomas Koch, Angela Bohrmann und Oliver Boysen) eine Art Spurensuche und Vergegenwärtigung mit Zitaten aus ihren Texten und erkundet das literarische Leben jener Zeit. Eine Literaturstudentin und ein Philosophiestudent reisen an die Lebensorte von Caroline Schlegel-Schelling, deren letzte Lebensstation München war – nach Jahren in ihrer Geburtsstadt Göttingen, im Harz, in Jena und Weimar. Hierhin folgt sie Schelling, der es als Professor der Philosophie in der konservativ katholischen Atmosphäre Würzburgs, wohin er zunächst berufen war, nicht ausgehalten hatte. Der Film sucht Antworten auf die Frage, wie sich Caroline für die Französische Revolution begeistern konnte (sie gehörte zusammen mit Georg Forster dem Weltumfahrer zur “Mainzer Republik“) und dafür auf die Festung Königstein in Haft kam, wie sie zum Shakespeareübersetzer August Wilhelm Schlegel fand und wie sie diesen verließ, um den zwölf Jahre jüngeren Philosophen Friedrich Wilhelm Schelling zu heiraten. Kurz: Wie Caroline ein Leben führen konnte, das zu ihrer Zeit ‘unmöglich’ war, und das auch heute noch von außerordentlicher Courage zeugt.
Vera Botterbusch über ihren Film: “Am Anfang dieses Films stand die Frage: Wie kann man für das Leben einer Frau aus dem 18. Jahrhundert interessieren, die durch ihre ungewöhnlich frei gedachten, ja geradezu emanzipierten Briefe in die Literaturgeschichte eingegangen ist. Wie lässt sich die historische Bedeutung der Caroline Schlegel-Schelling, ihre eigenwillige, zutiefst unangepasste Persönlichkeit, ihre emotionale Unabhängigkeit verlebendigen, das heißt für uns heute zum Leben erwecken? Der Kunstgriff, dieser Frau aus der Frühromantik, eine wesensverwandte, ‘moderne’ Caroline zur Seite zu stellen, ermöglichte mir einen szenischen Zugriff auf den Stoff, eine Vergegenwärtigung frei von historisierender Verstaubtheit. Es ging mir um die begeisterte und begeisternde Einfühlung der heutigen Caroline in die Caroline von damals, bis hin zu möglicher Identifizierung. In ihrer spielerischen Aneignung sollte ein Frauenleben aufscheinen, über dessen innere Spannkraft und äußere Dramatik man auch heute einfach nur mitfühlend staunen kann. Caroline Schlegel-Schelling umfasst in ihrem Wesen vieles von dem, was man den Frauen immer aberkennen wollte: Geist und Witz, Imagination und Intellekt, Selbständigkeit und politisches Engagement. Kurz alles das, was auch heute noch auf der Tagesordnung steht, wenn es um die Gleichstellung von Frauen geht. Denn das ist immer wieder spruchreif und dafür möchte ich erwärmen: dass hier jemand durch den Entschluss zu Selbstverwirklichung und Risiko im eigenen Leben, einen kühnen, ja exemplarischen Lebensentwurf vorgelegt hat.

Details

Datum:
30 September
Zeit:
18:00 - 20:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

Haus der Evangelischen Kirche
Frère-Roger-Straße
Aachen, 52062 Deutschland
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