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Riccarda Gleichauf dringt in ein Leben ein, das von vielen (wenn überhaupt) nur im Vorübergehen wahrgenommen wird. Die Empfangsdame ist austauschbar. Fehlt sie den einen Tag, merkt man das erst … meistens gar nicht. Sie fällt nicht auf. Sie ist da, aber auch wieder nicht. Sich in dieser Welt zurechtzufinden, (s)einen Platz einzunehmen ist nicht weniger aufwändig als der Posten eines der Unternehmen in dem schicken Gebäude. Denn hier geht es jeden Tag, jede Stunde, jede Minute darum nicht komplett die Fassung zu verlieren und weiter Verantwortung für sich zu übernehmen.
Die Autorin hätte es sich einfach machen können und aus der niedergeschlagenen Heldin eine rachlüsterne Furie zu machen, die einer Miniserie gleich ihrem vermaledeiten Leben einen krachenden Rachefeldzug entgegenstellt. Es sind die leisen Gedanken, die Einsichten in die Leben der Anderen, die dieses äußerlich unscheinbare Buch zu einem echten Juwel machen. Einsichten und Aussichten, die vielleicht mehr mit der Realität zu tun haben als man meint.
Die ganze Rezension gibt es hier:
