Mit dem Fazit zu beginnen hat immer etwas von spoilern, aber in diesem Fall ist es auch ein Auftrag an den Verlag: „Man kann abschließend sagen: durchaus eine Entdeckung, und ich bin gespannt, was der Kulturmaschinen Verlag in den nächsten Jahren noch an Lyrik herausbringen wird.“

Wir nehmen den Auftrag gern an. Aber nun widmen Sie sich gern der ganzen Kritik, die Timo Brandt einleitet mit: „Ein dreiundsiebzig Seiten langes Aufzählen, Aufwerfen, ein Gesang, ein Abgesang, ein Gebet, ein Aufruf, ein Schrei, eine Rede, abgespulte Zeilen, angenagelte Zeilen, ins Fleisch gebrannte Zeilen, weggeschwemmte Zeilen, ein Klagen und Anklagen.

Für Leander Sukovs Langgedicht „Obszön“ Maßstäbe oder Vorbilder zu finden, ist gar nicht so leicht. Ein bisschen erinnert es in seiner Rigorosität an manche längeren Texte von Wolf Wondratschek aus den 70ern oder, noch entfernter, die von Rolf Dieter Brinkmann. Allerdings fehlen die radikaleren sprachlichen Experimente, die ausbrechenden Zeilen, das Anarchische – Sukovs Gedicht schreitet unerbittlich im Gleichtakt voran, es hat nichts Befreiendes, Auseinanderstrebendes, sondern eher etwas Beengendes, Zugspitzendes.“

Hier die ganze Rezension in signaturen